...NICHT LANGE FACKELN! http://nonazis23feb.blogsport.de Sun, 04 Mar 2018 20:11:23 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Ein Blick zurück, ein Blick nach vorn! http://nonazis23feb.blogsport.de/2018/03/04/ein-blick-zurueck-ein-blick-nach-vorn/ http://nonazis23feb.blogsport.de/2018/03/04/ein-blick-zurueck-ein-blick-nach-vorn/#comments Sun, 04 Mar 2018 20:09:44 +0000 Administrator Allgemein http://nonazis23feb.blogsport.de/2018/03/04/ein-blick-zurueck-ein-blick-nach-vorn/ Die Aktionen gegen die Nazifackelmahnwache in Pforzheim dieses Jahr sind vorbei. Wir schauen positiv auf die Aktionen zurück, unten findet ihr zwei Berichte, jeweils von der Antifaschistischen Jugend 76 Karlsruhe und vom Antifaschistischen Aktionsbündnis Stuttgart & Region (AABS).

Auch im nächsten Jahr wollen wir wieder einen starken antifaschistischen Protest gegen die Fackelmahnwache der Nazis organisieren und auf die Straße tragen. Schreibt euch den 23. Februar in den Kalender und geht auch nächstes Jahr wieder mit uns in Pforzheim auf die Straße um an den Erfolgen, die dieses und in den letzten Jahre erkämpft wurden, anzuschließen.
Ende diesen Jahres werdet ihr wieder von uns hören.

Bis dahin schließt euch antifaschistischen Strukturen an, organisiert euch und geht gegen jeden Ausdruck von Rechts vor, egal unter welchem Namen sich die Faschisten verstecken. Ob in Schulen, Betrieben oder auf der Straße.
Dem aktuellen Rechtsruck können wir nur mit einem entschlossenen & konsequenten Antifaschismus begegnen.

Bericht des AABS:
…nicht lange fackeln! Proteste gegen die Fackelmahnwache der Nazis 2018
Am 23. Februar 2018 folgten knapp 400 Menschen dem Aufruf der antifaschistischen Kampagne „… nicht lange fackeln!“ nach Pforzheim und protestierten dort gegen die alljährliche Fackelmahnwache der Faschisten. Den Startpunkt der Proteste bildete die antifaschistische Demonstration auf den Wartberg, deren Auftaktkundgebung erneut vor dem Pforzheimer Bahnhof stattfand. Dort hielten auch wir einen Redebeitrag.

Anders als noch im letzten Jahr, als die Demo vor dem Ende in Richtung Nazikundgebung ausbrach, endete sie 2018 bei der stationären Infokundgebung am Hotel Hasenmayer. Von dort aus gelang es jedoch nahezu allen Teilnehmenden auf unterschiedlichen Wegen in unmittelbare Nähe der Nazis zu gelangen. Pünktlich zum Beginn der faschistischen Veranstaltung um 19.47 Uhr setzten lautstarke Proteste und Feuerwerkseinsatz ein, die den Ablauf des faschistischen Treibens unmittelbar störten. Den Abschluss des Tages bildete eine gemeinsame, kämpferische Demonstration zurück zum Bahnhof. Erneut mussten die knapp 70 Nazis in diesem Jahr von annähernd 1000 Polizisten mit schwerem Gerät (BFE, Pferde & Hunde, Helikopter, Wasserwerfer) geschützt werden. Eine Attraktivität für andere rechte Kreise entwickelt das jährliche Treiben, u. a. durch diese Umstände, nicht. Zudem gelang es der Polizei, trotz großer Präsenz, wieder nicht den grenzüberschreitenden Charakter der Proteste zu unterbinden.

Für uns bleibt festzuhalten, dass die diesjährigen Aktivitäten rund um den 23. Februar in Pforzheim gut verlaufen sind. Demo, TeilnehmerInnenzahl, Feuerwerk und Proteste in direkter Nähe zu den Nazis wären vor zehn Jahren, in dieser Qualität unter der Woche, nicht denkbar gewesen. Es ist dem langem Atem antifaschistischer Gruppen und den überregionalen Protesten der vergangenen Jahre zu verdanken, dass auch 2018 trotz dem massiven Polizeiaufgebot selbstbestimmte und erfolgreiche antifaschistische Proteste möglich waren. Erfolgreich, weil trotz der schwierigen Umstände das faschistische Treiben direkt gestört werden konnte. Erfolgreich aber auch, weil sich die antifaschistische Bewegung die Aktionsformen und den Aktionsraum nicht von städtischen oder polizeilichen Institutionen diktieren lies, sondern selbstbewusst und offensiv die Proteste gestaltete.

Daran wollen wir anknüpfen, wenn im kommenden Jahr der 23. Februar auf einen Samstag fällt. Sicherlich gibt es aktuell Kräfte innerhalb der Rechten, die politisch wesentlich gewichtiger sind, als es die Faschisten rund um den „Freundeskreis ein Herz für Deutschland“ aus Pforzheim sind. Diese Tatsache darf aber mitnichten dazu führen, dass wir den offensiven Widerstand gegen die Nazis zu Gunsten einer Arbeit gegen die Anzugträger der AfD einstellen. Im Gegenteil. Beides sind notwendige Aspekte der Arbeit gegen den gesellschaftlichen Rechtsruck. Schließlich sind es nur allzu oft die offenen Faschisten, die die Worte der rechten Hetzer in Taten umsetzen. Der Angriff auf eine, sich im Bau befindende, Geflüchtetenunterkunft in Pforzheim, wenige Tage vor den antifaschistischen Protesten, verdeutlicht diesen Umstand nachdrücklich.

Wir werden daher auch 2019 nach Pforzheim fahren und gegen das faschistische Gedenken auf dem Wartberg Widerstand organisieren. Dabei werden wir uns von staatlichen Stellen nicht vorschreiben lassen, wie dieser Widerstand auszusehen hat. Effektiver und nachhaltiger Antifaschismus bestimmt die eigenen Mittel selbst. Es bleibt dabei: … nicht lange fackeln! Gemeinsam gegen die faschistische Kundgebung auf dem Pforzheimer Wartberg!

Bericht der Antifaschistischen Jugend 76 Karlsruhe:
Am Freitag fanden erneut die alljährlichen Proteste gegen die Fackelmahnwache des faschistischen „Freundeskreis ein Herz für Deutschland e.V.“ in Pforzheim statt. Aus Karlsruhe gab es wie die Jahre zuvor eine gut besuchte gemeinsame Anreise. Nach der Kundgebung am Pforzheimer Bahnhof mit Musik und Redebeiträgen von verschiedenen Gruppen (unter anderem dem OAT Karlsruhe), zogen mehrere hundert Antifaschist*innen in einer lauten und kämpferischen Demonstration zum Wartberg hoch, wo die Faschist*innen ihre Mahnwache abhielten. Mit Feuerwerk und anderen kreativen Aktionen wurden sie insbesondere während ihrer Gedenkminute um 19:47 Uhr massiv gestört. Den ganzen Abend über waren bis zu 450 Menschen an verschiedenen Punkten auf dem Berg und machten unmissverständlich klar, was sie von der geschichtsrevisionistischen Veranstaltung der Nazis halten.

Insgesamt waren ca. 800 Cops vor Ort, darunter auch mehrere Polizeihunde. Außerdem waren mindestens ein Wasserwerfer, Polizeihubschrauber und mehrere Flutlichtstrahler im Einsatz. Trotz dieses massiven Aufgebotes seitens der Polizei gelang es dieses Jahr, den Protest so nah an die Veranstaltung der Faschist*innen heranzutragen, wie selten zuvor. Zudem ist positiv zu bemerken, dass es keine Festnahmen auf der Seite der Gegendemonstrant*innen gab.

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In zwei Tagen ist es soweit… http://nonazis23feb.blogsport.de/2018/02/21/in-zwei-tagen-ist-es-soweit/ http://nonazis23feb.blogsport.de/2018/02/21/in-zwei-tagen-ist-es-soweit/#comments Wed, 21 Feb 2018 15:53:45 +0000 Administrator Allgemein http://nonazis23feb.blogsport.de/2018/02/21/in-zwei-tagen-ist-es-soweit/ Die Fackelmahnwache des faschistischen „Freundeskreis ein Herz für Deutschland“ auf dem Pforzheimer Wartberg steht an. Wie in den letzten Jahren auch, werden wir mit vielen AntifaschistInnen aus ganz Baden-Württemberg das Gedenken der Faschisten stören!

Hier nochmal ein letzter Überblick zu den Protesten:

Demo:
Um 18 Uhr treffen wir uns mit einer kurzen Kundgebung am Bahnhof in Pforzheim, um dann gemeinsam mit einer antifaschistischen Demonstration zum Wartberg zu gehen.
Unser Ziel ist es so nahe wie möglich an die Faschisten dran zu kommen um ihnen so ihre Gedenkminute um 19.47 Uhr zu vermiesen.

Kundgebung:
Auch dieses Jahr wird es die Kundgebung am Hotel Hasenmayer (an der Heinrich-Wieland-Alle) geben. Ab 18 Uhr ist sie Anlaufpunkt und bietet mit Infotisch, an dem unter anderem die Aktionskarten ausliegen, die Möglichkeit, sich auf dem Laufenden zu halten. Hier wird es auch Essen und Getränke, sowie die Möglichkeit zum Toilettengang geben.

Ermittlungsausschuss:
Wenn ihr Probleme mit den Repressionsbehörden habt, ganz konkret auch wenn ihr festgenommen wurdet oder Festnahmen beobachtet wendet euch an den Ermittlungsausschuss (EA). Dieser ist telefonisch unter 01523 7658669 zu erreichen. Gebt dort Name, Wohnort und Geburtsdatum der betroffenen Person an. Und vergesst nicht; gegenüber der Polizei und in Gewahrsam müsst ihr nur das was auf eurem Ausweis steht und die ungefähre Berufsbezeichnung angeben. Bitte meldet euch und GenossInnen auch beim EA wieder ab, wenn ihr aus der Ingewahrsamnahme rauskommt. Zudem schaut bitte, dass ihr unnötiges Zeug zu Hause lasst (euer Smartphone, Kalender, etc. haben auf Demonstrationen und Aktionen nichts zu suchen).
Reist nicht alleine an und bildet Bezugsgruppen.

Aktionskarte:
Unten findet ihr die Aktionskarte(n) damit ihr euch vorab schon einmal einen Eindruck verschaffen könnt, aber auch zum selbst ausdrucken. Einmal eine Übersicht von Pforzheim und eine Detailansicht – es werden beim Demostartpunkt Exemplare verteilt und auch bei der Kundgebung am Infotisch welche ausliegen. Darauf sind auch nochmal alle wichtigen Infos und die EA-Nummer.

Anreisen:
In mehreren Städten gibt es Treffpunkte für gemeinsame Anreisen.

Karlsruhe: 17:00 Uhr Karlsruhe Bahnhof Südausgang
Stuttgart: 16:30 Uhr Stuttgart Hauptbahnhof vor dem Burger King
Villingen-Schwenningen: 15:30 Uhr Bahnhof VS-Schwenningen
Tübingen: 15:15 Uhr Tübingen Hbf.

Bringt eure FreundInnen mit und lasst uns gemeinsam, solidarisch und entschlossen den Faschisten zeigen, dass sie in Pforzheim und auch sonst überall nicht erwünscht sind.
Lasst uns an die Proteste der letzten Jahre anknüpfen.
Seid kreativ und achtet aufeinander.

…voraussichtlich wird es sehr kalt aber trocken bleiben. Zieht euch also warm an und beteiligt euch an aufwärmenden Aktionen!

Karte als PDF – Ideal zum ausdrucken

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Pforzheim – Gernika http://nonazis23feb.blogsport.de/2018/02/02/pforzheim-gernika/ http://nonazis23feb.blogsport.de/2018/02/02/pforzheim-gernika/#comments Fri, 02 Feb 2018 19:09:29 +0000 Administrator Allgemein http://nonazis23feb.blogsport.de/2018/02/02/pforzheim-gernika/ Das Gemälde Pünktlich zu der morgigen Kundgebung in Pforzheim (03.02. – 12 Uhr – an der Gernika Brücke) veröffentlichen wir hier einen Text, der sich mit der Städtepartnerschaft von Gernika und Pforzheim auseinandersetzt.

Eine Städtepartnerschaft und die Revision deutscher Geschichte.

Das Motiv der diesjährigen Kampagne „…nicht lange Fackeln!“ gegen das Nazigedenken am 23. Februar zeigt das Gemälde „Guernica“ von Pablo Picasso.
Es entstand 1937 als Reaktion auf die Zerstörung der baskischen Stadt Gernika durch den Luftangriff der deutschen Legion Condor die während des spanischen Bürgerkriegs auf Seiten Francos kämpften.

Wie es zu der Bombardierung Gernikas kam.
Im Oktober 1936 geriet die Offensive der Nationalisten und Faschisten in Spanien ins Stocken, da die Republikaner mit Hilfe der Internationalen Brigaden Erfolge erzielen konnte.
Darauf suchten die spanischen Faschisten Hilfe bei Hitler mit dem Ziel unter anderem Luftunterstützung zu erhalten. Diese Unterstützung sah man auf deutscher Seite auch als gutes Mittel um neue Waffensysteme auszuprobieren und die Fliegerverbände, die nach dem ersten Weltkrieg erstmals wieder aufgestellt wurden, auszubilden. Da Fliegerverbände zuerst noch gar nicht zugelassen waren, brachte man sie unter strengster Geheimhaltung nach Spanien, wo sie ohne deutsche Uniformen, spanische Städte systematisch in Schutt und Asche bombten. Darunter auch Gernika, Stadt des baskischen Freiheits- und Unabhängigkeitswillens. Eigentliche Ziele in der Stadt wären eine strategisch wichtige Brücke sowie eine kleine Waffenfabrik gewesen. Beide Ziele wurden nicht getroffen. Stattdessen wurde die komplette Stadt zerbombt, 80% der Häuser wurden zerstört. Und damit nicht genug, denn direkt nach der Bombardierung wurde mit Maschinengewehren aus den Jagdfliegern auf die flüchtende Bevölkerung geschossen.
Damit überschritt die deutsche Wehrmacht eine Linie in der Kriegsführung die in der jüngeren Geschichte bis dahin nicht in dieser Form überquert wurde. Eine strategische Terrorisierung der Zivilbevölkerung.
Die Kriegsverbrechen die damals in Gernika und im gesamten spanischen Bürgerkrieg von deutscher Seite begangen wurden, wurden jahrelang verschwiegen und geleugnet. Erst im Jahr 2016 wurde ein NS-Kriegerdenkmal zu Ehren der Legion Condor auf dem Friedhof in Madrid abgerissen.

Doch was hat Pforzheim mit Gernika zu tun?
Seit 1988 besteht eine Partnerschaft zwischen den beiden Städten. Doch Pforzheim war keineswegs die erste Wahl. Seit 1984 wurde eine Partnerschaft mit dem niedersächsischen Wunstorf diskutiert. Dort ist der 1934-1936 von den Nationalsozialisten aufgebaute Fliegerhorst der Bundeswehr einer der größten Arbeitergeber vor Ort. In den 30ern wurden auf ihm die Flieger für den Einsatz im spanischen Bürgerkrieg ausgebildet. 1984 wies der Arbeitskreis Regionalgeschichte die Beteiligung Wunstorfer Flieger an der Zerstörung Gernika nach, woraufhin die Städtepartnerschaft diskutiert wurde. Die Chance auf eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Geschichte. Doch von Bundeswehrseite lag das alles andere als im eigenen Interesse. Hier feierte man sich ein Jahr später lieber selbst mit 50-jährigem Bestehen, was 10 Jahre NS-Zeit mit einschließt, pflegt unter dem Deckmantel militärischer Traditionen Beziehungen zu damaligen Tätern und leugnet die Beteiligung Deutschlands im spanischen Bürgerkrieg noch immer. Doch nicht nur die Bundeswehr hat ein Interesse an der Nicht-Aufarbeitung deutscher Geschichte. Nachdem die ganze Thematik auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt wurde, kam auch dem bei solchen Angelegenheiten beteiligten Auswärtigen Amt die Bewerbung Pforzheims als Partnerstadt gerade recht.
Doch auch hier ging die Revision deutscher Geschichte weiter. Anfängliche Bedenken von Seiten der CDU, es würde die Beteiligung der Legion Condor an der Zerstörung Gernikas bei dieser Gelegenheit thematisiert werden, wehrte der damalige Bürgermeister mit der Begründung ab, es gehe dabei nicht in erster Linie um die Aufarbeitung historischer Zusammenhänge sondern es stehe der Gedanke im Mittelpunkt, das „Deutsche an beiden Orten Opfer und Täter zu gleich“ gewesen seinen.

Bitte was?
Diese dreiste historische Lüge zeigt einmal mehr wie sehr der deutsche Staat noch heute daran interessiert ist deutsche Taten bewusst zu verschleiern. In Gernika waren die deutschen Täter jedoch keineswegs Opfer. Pforzheim wurde 1945 von britischen Alliierten im zweiten Weltkrieg, bombardiert.
Bei den Bombardierungen deutscher Städte durch die Westalliierten wurde sich vielfach und systematisch auf die bevölkerungsreichen Wohngebiete konzentriert, statt auf nahegelegene kriegswichtige Ziele wie Rüstungsbetriebe oder Infrastruktur.
Die Hintergründe dieser Kriegsführung lassen sich nur erklären wenn man die Interesse der beteiligten Staaten in Betracht zieht. Und das Interesse der bürgerlich herrschenden Klasse in Großbritannien lag wohl nicht darin, die Sowjetunion mit einer effektiveren Kriegsführung, welche statt zivile, militärisch relevante Ziele angegriffen hätte, zu entlasten.
Wir wollen diese grausame Kriegstaktik nicht durch die Bombardierung Gernikas durch die Legion Condor rechtfertigen. Aber die Geschichte zeigt uns auf, das es das faschistische Deutschland war das mit dieser Kriegstaktik begonnen hat, sie vielfach auch selbst im von ihm losgetretetenen zweiten Weltkrieg – einem unvergleichlichen Vernichtungsfeldzug – eingesetzt hat und das es bis heute von keiner Seite des deutschen Staates ein ernsthaftes Interesse an der Aufarbeitung dessen gibt. Dies machen sich nicht nur in Pforzheim die Nazis bei ihrem Gedenken am 23.02. zu Nutze, wenn sie mit ihrer Hetze an die einseitige Darstellung der Stadtverwaltung anknüpfen.
Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit geschichtlichen Kontexten ist ebenso wichtig wie antifaschistischer Widerstand. In Pforzheim und überall wo Staat und Nazis versuchen historische Zusammenhänge zu verschleiern oder zu ihren Vorteilen zu verdrehen.

DER VERDREHUNG DER GESCHICHTE EIN ENDE SETZEN.

Am 23. Februar auf nach Pforzheim. Entschlossen und konsequent den Nazis ihr Gedenken vermiesen.

Weitere, ausführlichere Auseinandersetzungen mit der Thematik Bombardierung Pforzheims und der Städtepartnerschaft:

Aufrufe einger antifaschistischer Gruppen:
- 2013: Kein Naziaufmarsch am 23. Februar in Pforzheim!
- 2014: Der Verdrehung der Geschichte ein Ende setzen. In Pforzheim und anderswo!

Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Städtepartnerschaft Gernika-Pforzheim: Über die „Gleichheit“ von Tätern und Opfern. Eine Städtepartnerschaft im Zeichen der Revision deutscher Geschichtsschreibung (pdf-Dokument)

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http://nonazis23feb.blogsport.de/2018/02/02/pforzheim-gernika/feed/
Gernika = Pforzheim? Diesen Samstag: Kundgebung in Pforzheim http://nonazis23feb.blogsport.de/2018/01/29/gernikapforzheim-diesen-samstag-kundgebung-in-pforzheim/ http://nonazis23feb.blogsport.de/2018/01/29/gernikapforzheim-diesen-samstag-kundgebung-in-pforzheim/#comments Mon, 29 Jan 2018 22:42:46 +0000 Administrator Allgemein http://nonazis23feb.blogsport.de/2018/01/29/gernikapforzheim-diesen-samstag-kundgebung-in-pforzheim/ Der Verdrehung der Geschicht ein Ende setzen!

Die Mobilisierung für den 23.02 in Pforzheim ist angelaufen. Flyer und Plakate wurden verschickt und die ersten zwei Infoveranstaltungen zur „Flächenbombardements im 2. Weltkrieg und Geschichtsrevisonismus von Stadt und Nazis“ haben bereits in Karlsruhe und Stuttgart stattgefunden.

Jetzt heißt es weiterhin fleißig Werbung machen, damit wir es auch dieses Jahr wieder schaffen einen großen und entschlossenen antifaschistischen Protest auf die Straße zu tragen.

Diesen Samstag den 03.02 wird es eine kleine Aktion in Pforzheim geben.

Um 12 Uhr findet an der Gernika Brücke eine Kundgebung statt.
Dabei soll die Thematik der Städtepartnerschaft zwischen Pforzheim und Gernika, die Bombardierung Gernikas durch die Legion Condor, der deutschen Wehrmacht sowie die Notwendigkeit des antifaschistischen Protestes gegen das Nazigedenken am 23.02 in Pforzheim in der Stadt präsenter gemacht werden.
Kommt vorbei und beteiligt euch an der Kundgebung!
(Die Brücke befindet sich 600m vom Bahnhof entfernt, Richtung Kongresszentrum)

Aber auch sonst könnt ihr euch vielfältig beteiligen: Ob Plakate kleben, Transpiaktion oder Mobivideo – seid kreativ!

Wir freuen uns über jeden weiteren Beitrag der dafür sorgt, dass noch mehr Leute am 23.02 auf die Straße kommen um den Nazis ihr Gedenken zu vermiesen.

Falls ihr selbst Interesse an der Infoveranstaltung bei euch vor Ort, Plakaten, Flyern oder andere Anliegen habt, meldet euch über die Mailadresse nichtlangefackeln[ätt]riseup.net.

Wenn ihr eine gemeinsame Anreise aus eurer Stadt plant schreibt uns, damit wir diese dann auf den Blog stellen können.

Unterstützt den Aufruf und kommt am 23.02 nach Pforzheim. Demobeginn ist um 18:00 Uhr am Bahnhof.

…nicht lange fackeln! Die Nazimahnwache in Pforzheim verhindern!

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…nicht lange fackeln! 2018 Info- und Mobilisierungsveranstaltungen http://nonazis23feb.blogsport.de/2018/01/22/nicht-lange-fackeln-2018-info-und-mobilisierungsveranstaltungen/ http://nonazis23feb.blogsport.de/2018/01/22/nicht-lange-fackeln-2018-info-und-mobilisierungsveranstaltungen/#comments Mon, 22 Jan 2018 22:39:07 +0000 Administrator Allgemein http://nonazis23feb.blogsport.de/2018/01/22/nicht-lange-fackeln-2018-info-und-mobilisierungsveranstaltungen/ widget2018

Samstag, 20. Januar | 19:00 Uhr | Stadtteilladen Barrio137, Luisenstr. 31, 76137 Karlsruhe

Donnerstag, 25. Januar | 19:00 Uhr | Linkes Zentrum Lilo Herrmann, Böblinger Str. 105, 70199 Stuttgart

Im Rahmen der diesjährigen Kampagne …nicht lange fackeln! gegen den jährlich stattfindenden Naziaufmarsch am 23. Februar in Pforzheim laden wir Euch zu zwei Informations- und Mobilisierungsveranstaltungen ein.

Inhaltlich wird der Vortrag sich mit den historischen Zusammenhängen gegen Ende des zweiten Weltkrieges beschäftigen, in dessen Kontext am 23. Februar 1945 die Stadt Pforzheim von der britischen Luftwaffe bombardiert und nahezu vollständig zerstört wurde. Diesem einschneidenden Ereignis in der Stadtgeschichte wird auch heute noch politische Bedeutung geschenkt. Seit 1994 treffen sich zum Jahrestag der Bombardierung FaschistInnen und andere Rechte auf dem Pforzheimer Wartberg, um den Anlass zu nutzen die Geschichte zu verdrehen und rechtes Gedankengut zu legitimieren.

Diese geschichtsrevisionistischen Tendenzen finden sich aber auch innerhalb der etablierten (Stadt-)Politik. So schlägt nicht nur das städtische Gedenken an diesem Tag in eine ähnliche Kerbe wie das der Nazis. Auch andere politische Konstrukte wie die Städtepartnerschaft Pforzheims mit der baskischen Stadt Guernica stehen im Zeichen der Revision deutscher Geschichtsschreibung.

Nicht zuletzt wollen wir die Frage aufgreifen, wie eine Auseinandersetzung mit der Thematik aus linker und antifaschistischer Perspektive sinnvoll gestaltet werden kann, ohne den Tod von tausenden Menschen als historisch „gutes“ Ereignis darzustellen.

Außer Frage steht natürlich die Notwendigkeit antifaschistischer Intervention in dieser Gemengelage aus faschistischem Treiben und dessen staatlicher Legitimation! Besucht die Infoveranstaltungen und kommt mit uns am 23. Februar nach Pforzheim, um uns stark, entschlossen und solidarisch den Nazis entgegen zu stellen!

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Aufruf zu den Gegenprotesten am 23 Februar 2018 in Pforzheim http://nonazis23feb.blogsport.de/2018/01/11/aufruf-zu-den-gegenprotesten-am-23-februar-2018-in-pforzheim/ http://nonazis23feb.blogsport.de/2018/01/11/aufruf-zu-den-gegenprotesten-am-23-februar-2018-in-pforzheim/#comments Thu, 11 Jan 2018 19:16:38 +0000 Administrator Allgemein http://nonazis23feb.blogsport.de/2018/01/11/aufruf-zu-den-gegenprotesten-am-23-februar-2018-in-pforzheim/ …nicht lange fackeln! Die Nazimahnwache am 23. Februar in Pforzheim verhindern!

Seit 24 Jahren findet in Pforzheim das gleiche rechte Spektakel statt. Der faschistische „Freundeskreis – Ein Herz für Deutschland“ (FHD) veranstaltet alljährlich am 23. Februar eine Fackelmahnwache auf dem Wartberg, um dort gemeinsam mit angereisten Nazis der Zerstörung Pforzheims durch die flächendeckende Bombardierung der britischen „Royal Air Force“ im Jahr 1945 zu gedenken.
Über 17.000 Menschen starben in dem Bombenhagel. Daran gibt es nichts zu verharmlosen und ob ein gezielter Angriff auf Wohngebiete tatsächlich zum Sieg über das faschistische Deutschland notwendig war, ist fraglich.

Jedoch verdrehen und wenden die Nazis die historischen Ereignisse so, dass ihre eigene Veranstaltung nach außenhin ideologisch gerechtfertigt erscheinen soll. Die systematische Massenvernichtung von Menschen und die Kriegsverbrechen des faschistischen Deutschlands werden nicht nur unter den Tisch fallen gelassen. Schlimmer noch: Sie werden geleugnet und gleichzeitig wir die deutsche Aggressionspolitik gelobt.
Dabei ist doch klar, dass das faschistische Deutschland den Krieg begonnen hat und damit auch den Tod von Millionen ZivilistInnen in Kauf genommen hat. Dazu zeigen die Aktionen der Faschisten gegen die lohnabhängige Bevölkerung, Gewerkschaften und andren fortschrittlichen Menschen, dass die faschistische Ideologie den Interessen der Allermeisten entgegen steht. Das war 1945 so und das ist heute noch so.

Diesen Nazis müssen wir entschlossen entgegentreten!

In Zeiten eines gesamtgesellschaftlichen Rechtsrucks, in denen eine Partei wie die AFD in deutschen Parlamenten sitzt, in denen rechte Hetzte etwa gegen Geflüchtete und sozial schlechter Gestellte auch von CDU, SPD, Grüne & Co. aufgegriffen werden, in denen davon gesprochen wird, dass auch faschistische Demonstrationen akzeptiert werden müssen, müssen alle gemeinsam dagegen auf die Straße!
Was die AFD als parlamentarische Vertreterin der Neuen Rechten anfängt, vollenden faschistische Gruppierungen, wie beispielsweise der FHD, auf der Straße. Die rechte Bewegung schafft es wieder Menschen zu Ködern. Der Einfluss auf die öffentliche Meinung ist deutlich spürbarer geworden.

Seit Jahren ignorieren Stadt und Polizei die faschistischen Umtriebe in Pforzheim oder reden diese klein. Sie setzten alles daran, Menschen die sich dagegen einsetzten Steine in den Weg zu legen. Das zeigt, dass wir uns im Vorgehen gegen Nazis nicht auf staatliche Stellen verlassen dürfen und selbst aktiv werden müssen.

Setzen wir uns ein gegen Krieg, Ausbeutung und Rassismus. Ob in Betrieben, Schulen oder auf der Straße, alle sind gefragt sich für eine solidarische Gesellschaft einzusetzen, die sich an den Bedürfnissen der Mehrheit der Menschen orientiert.

Deshalb lasst uns auch dieses Jahr am 23. Februar gemeinsam und entschlossen gegen die Faschisten auf die Straße gehen und ihnen ihr Gedenken vermiesen!

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Antifaschistische Proteste gegen die faschistische Fackelmahnwache 2017 http://nonazis23feb.blogsport.de/2017/02/24/antifaschistische-proteste-gegen-die-faschistische-fackelmahnwache-2017/ http://nonazis23feb.blogsport.de/2017/02/24/antifaschistische-proteste-gegen-die-faschistische-fackelmahnwache-2017/#comments Fri, 24 Feb 2017 19:21:31 +0000 Administrator Allgemein http://nonazis23feb.blogsport.de/2017/02/24/antifaschistische-proteste-gegen-die-faschistische-fackelmahnwache-2017/ Hier der Bericht des Antifaschistischen Aktionsbündnisses Stuttgart & Region (AABS):

Wieder einmal formierte sich in Pforzheim starker Protest gegen die alljährlich stattfindende Fackelmahnwache des ,,Freundeskreises ein Herz Für Deutschland“ (FHD) und anderen rechten Kräften. Mit ihrem Geschichtsrevisionismus versuchen sie in Pforzheim seit 1994 die Gräueltaten des deutschen Faschismus zu relativieren und den Bombenangriff im Jahre 1945 auf die Stadt Pforzheim als das „wahre“ Verbrechen umzudeuten und die systematische Ermordung von Millionen von Menschen zu verharmlosen.

Mit einer Demonstration zum Wartberg, einer stationären antifaschistischen Kundgebung als Anlaufpunkt, sowie vielfältigem Protest um den gesamten Wartberg herum, konnte man auch dieses Jahr die Faschisten wieder stark bei ihrem „Gedenken“ stören und einschränken. So sind die Faschisten inzwischen gezwungen, bereits Stunden vor ihrer Veranstaltung auf dem Wartberg auf zu schlagen.

Dieses Jahr

Mitte Januar startete die Mobilisierung unter dem Kampagnenlabel „..nicht lange fackeln!“.
Dem Aufruf der Kampagne schlossen sich knapp 20 Gruppen und Organisationen aus ganz Baden-Württemberg an, es wurden hunderte Flyer und Plakate verteilt, verschickt und verklebt. Auch Geschäfte zeigten sich solidarisch und hängten die Plakate in ihren Räumlichkeiten auf.

Trotz stürmischen Regenwetter und einem Donnerstagabend, also einem Wochentag, protestierten gestern rund 250 AntifaschistInnen aus ganz Baden-Württemberg gegen die faschistische Mahnwache auf den Wartberg. Mit einer kämpferischen Demo mit Transparenten, Fahnen und Parolen zogen die angereisten AntifaschistInnen gemeinsam auf den Berg um den Faschisten entschlossenen Protest entgegenzusetzen.
Obwohl die Polizei mit ihrem martialischen Aufgebot die Demonstration mit Spalier begleitete, gelang den AntifaschistInnen nahe der antifaschistischen Kundgebung der Durchbruch.
Der Großteil der Masse schlug sich auf der östlichen Seite des Berges bis in Hörweite an die Fackelmahnwache der Nazis durch. Andere wiederum bewegten sich um den Berg herum, sodass von nahezu allen Seiten Protest der insgesamt 250 Antifas wahrnehmbar war.
Um 19:45, also pünktlich zur „Gedenkzeit“, schossen von allen Seiten Feuerwerkskörper in die Luft, sodass die Faschisten ihre Schweigeminute nicht ungestört abhalten konnten.

Die Bullen mauerten sich wie jedes Jahr auf dem Berg ein und schützten mit einem massiven Aufgebot die Rechten. Mit Hamburger Gittern, Pferdestaffel, Hunden, Bauzäunen und zwei Wasserwerfern sperrten sie das Areal der Mahnwache komplett ab. BFE- Einheiten fuhren mit ihren Einsatzwägen andauernd um den Berg um AntifaschistInnen von entschlossenem Protest abzuhalten.

Während des gesamten Abends war die Kundgebung vor dem Hotel Hasenmayer Anlaufpunkt der Gegenproteste. Hier konnten die AntifaschistInnen sich mit warmen Essen stärken, auf die Toilette gehen und die aktuellsten Infos der Proteste in Erfahrung bringen.

Auch gab es eine Kundgebung der „Initiative gegen Rechts“ auf dem Berg mit vorausgegangener Demonstration. Sie wurde jedoch noch vor Beginn der Nazi-Fackelmahnwache aufgelöst, damit alle BesucherInnen am anschließenden städtischen Gedenken an das Bombardement auf dem Marktplatz teilnehmen konnten.

Nach den Protesten

Im Anschluss an die Proteste sammelten sich die AntifaschistInnen wieder am Hotel Hasenmayer um gemeinsam mit einer Spontandemonstration mit 250 Menschen durch die Nordstadt zurück zum Bahnhof zu ziehen.

Am Ende der Route kam es vor dem Pforzheimer Bahnhof zu einem organisierten Angriff des Bruchsaler BFE, der mit einer, der bis dahin ersten Festnahme endete. Eine weitere Person wurde kurz darauf in der Nähe festgenommen – beiden wurde ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz in Form von Passivbewaffnung vorgeworfen. Solidarisch unterstützte man die Betroffenen und wartete vor der Wache auf ihre Entlassung. Auch als die AntifaschistInnen auf den Gleisen auf ihre Züge warteten unterließen die dort anwesenden Polizeieinheiten nicht die Provokation.

Fazit

Im Laufe der Jahre hat sich der 23. Februar als Termin für die Antifaschistische Bewegung in Baden-Württemberg etabliert.
Denn auch wenn das Datum auf einen Wochentag fällt, kommen jedes Jahr hunderte GegenaktivistInnen nach Pforzheim. Und das auch dieses Jahr, trotz der immer mehr werdenden rechten Events und Gegenmobilisierungen im Zuge des Rechtsrucks.

Aktionen rund um den Berg erweisen sich als gute Strategie – so kann die Fackelmahnwache trotz des weitläufigen Geländes und dem massiven Polizeiaufgebot doch verhältnismäßig stark eingeschränkt werden.
Unser Ziel muss daher sein, an den bisherigen Erfolgen anzuknüpfen und diese noch weiter auszubauen. Dass die nächsten Jahre wieder Wochenendtermine sind, kann dem nur zuträglich sein.
Trotz der Tatsache, dass die linke und antifaschistische Bewegung mit weit größeren und alltäglicheren Problemen durch den gesellschaftlichen Rechtsruck und das Erstarken rechtspopulistischer Kräfte wie beispielsweise der AfD gefordert sind, bleibt der Kampf gegen offen faschistische Strukturen essentiell. Dieser Widerstand ist ein Kernbereich antifaschistischer Politik und deshalb war und ist die Mobilisierung nach Pforzheim richtig und notwendig.

Nur durch eine organisierte antifaschistische Politik sind wir in der Lage, sowohl offen auftretenden Faschisten und auch dem gesellschaftlichen Rechtsruck etwas entgegenzusetzen. Durch die Organisierung in den einzelnen Städten und gemeinsamer Anreisen und Proteste lässt sich das Problem von rechts eindämmen. Hierbei geht es aber nicht nur um einzelne Aktionen und Protestformen, sondern auch um kontinuierliche Arbeit auf verschiedenen Ebenen durch die wir in die Offensive kommen.
Dies kann stets nur mit eigenen Forderungen und Angeboten für eine solidarische Welt fernab von Ausbeutung und Unterdrückung funktionieren.

Lasst uns auch in Zukunft den Nazis egal in welcher Form und wo sie auch auftauchen, entschlossen Widerstand entgegensetzen.

Nazis keine Basis bieten – Weder in Pforzheim noch anderswo!

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Guter Artikel! http://nonazis23feb.blogsport.de/2017/02/06/guter-artikel/ http://nonazis23feb.blogsport.de/2017/02/06/guter-artikel/#comments Mon, 06 Feb 2017 15:38:16 +0000 Administrator Allgemein http://nonazis23feb.blogsport.de/2017/02/06/guter-artikel/ Die Antifaschistische Aktion [O] Villingen – Schwenningen hat 2014 einen guten Artikel zu der alljährlich stattfindenden Faschistischen Mahnwache veröffentlicht. Da der Termin immer näher rückt spiegeln wir ihn hier nochmal als Infopost:

Der Verdrehung der Geschichte ein Ende setzen. In Pforzheim und anderswo!

Am 23. Februar 1945 wurde die Stadt Pforzheim großflächig von der britischen „Royal Air Force“ bombardiert. Dem Angriff auf die Innenstadt fielen über 17.000 Menschen zum Opfer, unter ihnen viele ZwangsarbeiterInnen, die in der Rüstungsindustrie eingesetzt wurden. Etwa 80 % des Stadtgebiets wurden durch Brand- und Sprengbomben innerhalb von etwa 20 Minuten zerstört.

Wie in den Jahren zuvor, rufen auch in diesem Jahr Faschisten und Deutschnationale aus mehreren Teilen Süddeutschlands am 23. Februar zu einer Kundgebung auf dem Wartberg am Rande der Stadt gelegen auf. Dabei verklären sie nicht nur die Geschichte und die damaligen Verhältnisse, sondern sie verharmlosen oder verleugnen sogar die Verbrechen des deutschen Faschismus von 1933 bis 1945. Das wird auch daran deutlich, dass sie ausschließlich den deutschen Opfern gedenken und im gleichen Atemzug ihre nationalistische und reaktionäre Einseitigkeit als richtig darstellen wollen. Mit dem Beginn ihrer Kundgebung, zur Uhrzeit der Bombardierung, um 19:47 Uhr und dem Entzünden von Fackeln, versuchen sie den Aufmarsch feierlich zu inszenieren.

Seit 1994 gibt es den Aufmarsch, seit 2002 die antifaschistischen Proteste dagegen. In besagtem Jahr gelang es das erste und bisher einzige Mal den Aufmarsch zu verhindern. Im letzten Jahr erreichten es knapp 1000 Antifaschistinnen und Antifaschisten, gemeinsam mit einer Spontandemonstration auf den Wartberg zu kommen. Erst wenige Meter vor der Kundgebung der Faschisten schaffte es die Polizei durch ein massives Aufgebot, uns zu stoppen, um so den Nazis ihr Ritual zu ermöglichen. Im Zuge dessen wurden hunderte AntifaschistInnen stundenlang – bei Minusgraden – eingekesselt. Durch die Proteste im letzten Jahr erreichten viele Faschisten den Kundgebungsort nicht, andere wiederum harrten bereits seit dem Mittag auf dem Wartberg in ihren Autos aus.

Auch 2014 rufen wir dazu auf, sich gegen den Naziaufmarsch konkret zur Wehr zu setzen und möglichst viele Menschen über den reaktionären und faschistischen Charakter dieser Form des „Gedenkens“ aufzuklären!

Die Geschichte des deutschen Faschismus ins rechte Licht gerückt
Nicht nur in Pforzheim versuchen Faschisten durch die Verdrehung der Geschichte Anknüpfungspunkte für ihr braunes Gedankengut zu finden, sondern auch in vielen anderen Städten und Regionen der Bundesrepublik. Die faschistische und deutschnationale Bewegung beschäftigt sich heute an vielen Orten mit Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges, um letztlich immer eines zu sagen: Die Alliierten waren das Hauptproblem und die Deutschen waren hilflose Opfer der grausamen späteren alliierten Besatzer.

So versuchen Organisationen der extremen Rechten, Ereignisse aus dem Zweiten Weltkrieg umzudeuten, indem sie Lügen verbreiten, Fakten verdrehen, Tatsachen bewusst ignorieren oder weglassen und schließlich Deutschland als Opfer ausländischer Aggressionen darstellen. Durch das bewusste Aufgreifen nationalistischer und rassistischer Stimmungen und Ressentiments wird sich erhofft, Kontakte in bürgerliche Kreise aufzubauen, was ihnen mancherorts leider auch hin und wieder gelingt.

In Magdeburg oder Dresden…

Auch in Magdeburg und Dresden rufen Nazis am Jahrestag der Bombardierungen durch die Alliierten zu sogenannten Trauermärschen und Kundgebungen auf. Dabei sprechen sie von einem angeblichen „Bombenholocaust“ bzw. von „Terrorangriffen“ und gedenken ausschließlich den deutschen Opfern. Diesen Aufrufen folgten teilweise mehrere tausend Faschisten. Den vom faschistischen Deutschland begonnen brutalen Aggressions- und Expansionskrieg, die Drohung englische Städte auszuradieren und die massiven flächendeckenden Bombenangriffe auf England am Anfang des Krieges verschweigen sie natürlich. Ebenso vergessen sie, dass Flächenbombardements – gerade auf die Zivilbevölkerung – als Kriegsstrategie durch die imperialistische deutsche Regierung mit dem „kleinen Bruder“ Italien zusammen entwickelt und etabliert wurden.

Was 1937 in Guernica in Spanien durch die „Legion Condor“ begann, setzte sich in der britischen Stadt Coventry fort. Diese Kriegsverbrechen waren fester Bestandteil deutscher Kriegsführung in unzähligen weiteren Ländern. Das legitimiert die Flächenbombardierung Pforzheims natürlich nicht, gehört jedoch zum geschichtlichen Kontext.

…Memprechtshofen….

In Rheinau-Memprechtshofen in der Ortenau finden seit den 60er Jahren auch immer wieder Aufmärsche von Faschisten statt. Hintergrund ist: Am 14. April 1945 verschanzten sich Teile von verschiedenen deutschen Einheiten auf Wehrmachtsbefehl in einem Panzergraben und versuchten diesen gegen die vorrückenden französischen Truppen zu verteidigen. Auf französischer Seite gab es 49, auf deutscher Seite über 20 Tote und etliche Soldaten, die in Gefangenschaft gerieten. Diese militärische Kamikaze-Aktion versuchen Nazis bis heute als heldenhaften Widerstand und Opfermut zu glorifizieren und veranstalten daher seit 2011 jedes Jahr ein sogenanntes „Heldengedenken“. An vielen anderen Orten in Süddeutschland gibt es ebenfalls solche oder ähnliche Aktionen zu verschiedenen Anlässen.

…Remagen…

Ein weiteres Beispiel für den Geschichtsrevisionismus der extremen Rechten sind die regelmäßig stattfindenden Aufmärsche zu den Rheinwiesenlagern in der Nähe von Remagen. Im März 1945 richtete das amerikanische Militär im Rheinland knapp 20 Lager für Kriegsgefangene ein. Sie dienten als Sammel- und Durchgangslager für gefangene deutsche Soldaten während des Krieges und kurz danach. Ein Großteil der dort inhaftierten deutschen Soldaten wurde bis September 1945 entlassen oder auf andere Lager verteilt. In Bezug auf die Lager reden Nazis aus der NPD und freien Kameradschaften von „US-KZ’s“, in denen systematisch Deutsche ermordet worden seien. Sie sprechen dabei von bis zu einer Million Toten. Allerdings entsprach die gesamte Anzahl inhaftierter Soldaten in den Lagern einer Million, wovon 5.000 bis 10.000 Menschen umgekommen sind.

Steilvorlagen für ihre Umdeutung der Geschichte finden die Faschisten in den Arbeiten vorgeblich seriöser HistorikerInnen, die zum Beispiel im Zusammenhang der Bombardierung deutscher Städte völlig übertriebene Opferzahlen nennen. Oder etwa die Behauptung aufstellen, die deutsche Wehrmacht wäre mit ihrem Feldzug im Osten, also dem Überfall auf die Sowjetunion, lediglich einem Angriff der Roten Armee zuvorgekommen. Auch die Positionen der Vertriebenenverbände, wie beispielsweise der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“, bieten für die extreme Rechte vielfältige Anknüpfungspunkte und sind ein guter Nährboden für Geschichtsrevisionismus und aggressiven Nationalismus. Sie setzen geflüchtete und vertriebene Deutsche mit Betroffenen von Konzentrations- und Vernichtungslagern oder Betroffenen der „Verbrannten Erde“-Politik der Wehrmacht in der Sowjetunion gleich. Damit findet sowohl eine zahlenmäßige Relativierung als auch eine qualitative Verharmlosung statt. Teile der sog. Vertriebenenverbände fordern bis heute eine Revision der Grenzen, also eine „Rückgabe“ von Gebieten des heutigen Polens und Tschechiens an Deutschland.

Vielerorts ist der „Volkstrauertag“ im November und die unzähligen alten Kriegsdenkmäler aus dem Ersten Weltkrieg ebenfalls ein willkommenes ideologisches Futter. Auf den Tafeln der Denkmäler wird zumeist an die „auf dem Feld der Ehre für Volk und Vaterland gefallenen heldenhaften deutschen Soldaten“ des Ersten und Zweiten Weltkriegs erinnert. Die Gründe für diese Kriege und die Rolle des deutschen Reiches, als den zweimaligen Hauptaggressor sowie die begangenen Grausamkeiten an anderen Bevölkerungen werden dabei systematisch außer Acht gelassen.

Nicht nur die falsche Einordnung einzelner Ereignisse in internationale wirtschaftliche, militärische und gesellschaftliche Zusammenhänge zeichnen den Geschichtsrevisionismus der Rechten und Faschisten aus, sondern auch eine einseitige selbstbezogene, nationalistische und oftmals sogar rassistische Betrachtungsweise.

…und in Pforzheim.
Die Bombardierung zehn Wochen vor Kriegsende war Teil der britischen Militärstrategie, nächtliche Flächenbombardements auf Innenstädte zu fliegen und durch unzählige Tote eine „Demoralisierung“ der Bevölkerung zu erreichen, anstatt gezielt militärische und wirtschaftliche Ziele zu zerstören. Es ist kein Geheimnis, dass die westlichen Alliierten an einer möglichst langen Aufreibung der sozialistischen Sowjetunion interessiert waren und dieses Interesse auch in Pforzheim umsetzten, indem sie größere Industrieanlagen außerhalb der Stadt nicht angriffen. Auch für uns sind die Ereignisse in Pforzheim am 23. Februar 1945 kein Grund zum Feiern.

In der Stadt Pforzheim versucht der rechte „Freundeskreis – Ein Herz für Deutschland“ (FHD) die geschichtlichen Ereignisse für sich zu nutzen. Hierbei geben sich die führenden Akteure des FHD nach außen bieder und eher konservativ, sie verzichten auf offen faschistische Parolen und versuchen, ihre Aufrufe rund um die Bombardierung der Stadt seriös und wissenschaftlich erscheinen zu erlassen und sie sehen sich als große Vorkämpfer gegen die verhasste „Politische Korrektheit“. Am 23. Februar versuchen sie in erster Linie, das Datum der Bombardierung zur Verbreitung ihrer faschistischen Ideologie zu instrumentalisieren.

Wie weit rechts der FHD jedoch wirklich steht und was er mit seinen Aktivitäten rund um das Datum der Bombardierung Pforzheims bezwecken will, wird deutlich, wenn man seine Akteure etwas genauer betrachtet. Viele Mitglieder des „Freundeskreises“ sind auch in der NPD organisiert und unterhalten enge Kontakte zu regionalen Kameradschaften und gewaltbereiten Gruppierungen, die immer wieder militant auffallen. Der FHD-Vorsitzende Silvio Covaglia beispielsweise ist bekennender Antisemit, Rassist und Faschist und hat bundesweite Kontakte in den braunen Sumpf.

Die Stadt Pforzheim macht ihnen die Instrumentalisierung und den Missbrauch des Gedenkens nicht gerade besonders schwer. Auf den offiziell von der Stadt angebrachten Stelen und Gedenktafeln wird lediglich auf die Entwicklung der Industrie und die Bombardierung der Stadt durch die Alliierten eingegangen. Von der Machtübergabe an die Faschisten ’33, den hohen Wahlergebnissen für die NSDAP sowie den von Deutschland begonnen Krieg und von den unzähligen Verbrechen der faschistischen Diktatur ist nichts zu lesen. Auch zu den tausenden in der Pforzheimer Rüstungsindustrie eingesetzten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern fällt kein Wort.

Ihre Ablehnung gegenüber dem Nazigedenken begründete die Stadt in den vergangenen Jahren damit, dass es sich bei den Nazis um Extremisten handle. Immer wieder betont die Stadt Pforzheim, dass sie sich gegen jede Art von politischen Extremismus wende, egal ob von rechts oder links. Alleine das Aufgreifen der reaktionären, unwissenschaftlichen Extremismustheorie, die mittlerweile auch Staatsdoktrin ist, spricht dabei für sich. Durch die Gleichsetzung des linken und rechten politischen Lagers, entsteht auf der einen Seite ein Klima und eine Handhabe gegen fortschrittliche linke Kräfte in der Gesellschaft und auf der anderen Seite fördert man so indirekt rechte und faschistische Tendenzen. In den vergangenen Jahren führte dies auch dazu, dass die Polizei den Aufmarsch der Faschisten, mit einem massiven Aufgebot und Gewalt gegenüber antifaschistischen Protesten durchsetzen konnte.

Wie so oft, müssen wir die Unterbindung von Nazi-Propaganda und das Verhindern faschistischer Umtriebe selbst in die Hand nehmen. Wir können und dürfen uns nicht auf Staat, Polizei und Gerichte verlassen – diese sind oftmals selbst Teil des Problems. Egal ob bezahlte V-Leute in faschistischen Strukturen, bewusstes Wegschauen, das Verschweigen von rechten Umtrieben oder das Ermöglichen faschistischer Aufmärsche durch riesige und brutale Polizeieinsätze – die konkreten Beispiele sind unzählig.

Es liegt an uns Antifaschistinnen und Antifaschisten, sich zu organisieren und zusammenzuschließen, damit wir uns gegen die Gefahr von Rechts wehren können. Solidarisch, entschlossen und mit fortschrittlichen Konzepten können wir gemeinsam faschistische Propaganda unterbinden und eine zeitgemäße Theorie und Praxis entwickeln, die unseren Ansprüchen gerecht wird. Nur eine kämpferische antifaschistische Bewegung wird auf längere Sicht stark genug sein, den Einfluss der rückwärtsgewandten Kräfte in dieser Gesellschaft zurückzudrängen. Unser Ziel ist eine solidarische Gesellschaft. Das bedeutet für uns vor allem, sich regional und überregional zu organisieren und mit möglichst vielen, eine gemeinsame Praxis und folglich auch eine Stärke zu entwickeln.

Wir werden auch in diesem Jahr versuchen, am 23. Februar den Naziaufmarsch in Pforzheim am 69. Jahrestag der Bombardierung zu verhindern! Dafür gibt es vielfältige Mittel und Herangehensweisen, denn oftmals sind es die verschiedenen einzelnen Aktionsformen, die zusammen zur Verhinderung eines Naziaufmarsches führen. Es spielt keine Rolle, ob es Blockaden, spontanes Agieren und direkte Aktionen sind – die Nazis werden in Pforzheim nicht ungestört aufmarschieren können.

Den Faschisten am 23. Februar entgegentreten!

Gegen Geschichtsrevisionismus und für eine aufgeklärte Gedenkkultur!

Die Antifaschistische Aktion aufbauen!

https://antifavs.noblogs.org/der-verdrehung-der-geschichte-ein-ende-setzen-den-naziaufmarsch-in-pforzheim-am-23-02-verhindern/

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Aufruf zu den Gegenprotesten der Fackelmahnwache am 23. Februar 2017 http://nonazis23feb.blogsport.de/2017/01/18/aufruf-zu-den-gegenprotesten-der-fackelmahnwache-am-23-februar-2017/ http://nonazis23feb.blogsport.de/2017/01/18/aufruf-zu-den-gegenprotesten-der-fackelmahnwache-am-23-februar-2017/#comments Wed, 18 Jan 2017 18:43:40 +0000 Administrator Allgemein http://nonazis23feb.blogsport.de/2017/01/18/aufruf-zu-den-gegenprotesten-der-fackelmahnwache-am-23-februar-2017/ Aufruf 2017

Nicht lange fackeln! Die Nazifackelmahnwache am 23. Februar 2017 verhindern!

Alljährlich finden wir das gleiche Schauspiel in Pforzheim wieder – der „Freundeskreis ein Herz für Deutschland“ (FHD) versammelt sich mit anderen Faschisten auf dem Wartberg, um eine Fackelmahnwache abzuhalten. Sie beziehen sich dabei auf die Bombardierung Pforzheims durch die Alliierten am 23. Februar 1945. Für die faschistische Veranstaltung an dem historischen Datum werden die geschichtliche Ereignisse rund um die Befreiung bewusst umgedichtet und verschleiert. Sämtliche Gräueltaten des deutschen Faschismus, die systematische Vernichtung von Millionen von Menschen, die der rechten Ideologie nicht entsprachen, und der deutsche Angriffskrieg werden verschwiegen und verleugnet – dadurch rücken sie Deutschland in eine falsche Opferrolle. Diese geschichtsrevisionistische Schiene ist schon seit langem ein Standbein der faschistischen Weltanschauung. Blickt man also hinter die Fassade des harmlos klingenden „Freundeskreises“, wird klar, dass er ein aktiver Teil der rechten und faschistischen Kräfte in Pforzheim und der Region ist.

Der Ruck nach Rechts – auch in Pforzheim

Seit Jahren ist diese Fackelmahnwache das größte regelmäßig stattfindende Nazievent in Baden-Württemberg. In Zeiten des Rechtsrucks müssen wir jedoch verzeichnen, dass es mitttlerweile eine Vielzahl von Events aus unterschiedlichsten rechten Spektren gibt. Das von Krisen geprägte kapitalistische System führt die Bevölkerung in Existenzängste und grundlegende Unsicherheit, was den Weg für einen gesellschaftlichen Ruck nach Rechts europaweit und auch in der BRD ebnet. Selbstverständlich finden sich diese Entwicklungen mit verschiedenen Akteuren auch in Pforzheim wieder.
Für die Öffentlichkeit am deutlichsten sichtbar war dies an den extrem hohen Wahlergebnissen der AfD bei der Landtagswahl 2016. Sie erlangten 24,2% der Stimmen aus dem Wahlkreis Pforzheim, in manchen Stadteilen sogar bis zu 44%. Außerdem sind Meldungen von faschistischen Angriffen gegen MigrantInnen oder politisch Andersdenkende keine Seltenheit in der Region. Auch in Pforzheim fanden in den letzten Jahren darüber hinaus mehrmals rassistische Kundgebungen gegen Geflüchtete mit hohen Teilnehmendenzahlen statt.
Durch diese Bandbreite an rassistischen Akteuren und Strömungen wird ersichtlich, dass es in Pforzheim einen festen Nährboden für rechtes Gedankengut gibt. Das liegt auch an der Wegschaupolitik der Stadt Pforzheim – weder konnte sie das historische Ereignis in der Stadt so aufarbeiten, dass es richtig in den Zusammenhang der faschistischen Barbarei eingeordnet wird, noch versucht sie wirklich etwas gegen die jährliche Nazifackelmahnwache zu unternehmen. Vielmehr kommt sie den Rechten entgegen, indem sie selbst geschichtlich unvollständige Gedenktafeln aufstellt und den Anschein vermittelt, dass Pforzheim kein Naziproblem hätte.
Seien es nun also die Rechtspopulisten von der AfD, der FHD oder andere Faschisten, sonstige Reaktionäre oder auch die Stadt selbst – sie tragen mit unterschiedlichen Strategien dazu bei, dass der Rechtsruck sich auch in Pforzheim weiter entfalten kann. Dabei betreiben die einen Geschichtsrevisionismus, die anderen hetzen in gewohnt plumper, faschistischer Manier gegen diejenigen in der Gesellschaft, die von den herrschenden Missverhältnissen wie Armut oder Perspektivlosigkeit am meisten betroffen sind – nämlich MigrantInnen und Geflüchtete.

Es liegt an uns!

So regelmäßig wie die Nazifackelmahnwache stattfindet, so unnachgiebig ist auch der antifaschistische Protest dagegen. In den letzten Jahren konnten wir den Faschisten mit starkem Gegenwind begegnen und gleichzeitig unsere eigenen Inhalte für den Kampf um eine solidarischen Gesellschaft auf die Straße tragen. Und das trotz der Bemühungen von Stadt und Polizei in den letzten Jahren, mit Strafbefehlen und Verfahren, mit unhaltbaren Ingewahrsamnahmen und Aufenthaltsverboten, mit brutalen Knüppel- und Pfeffersprayeinsätzen den Gegenprotest einzuschüchtern.
Dieses Jahr wollen wir an das Errungene der letzten Jahre anknüpfen, an die Mobilisierung von hunderten Menschen zu direkten Gegenprotesten und das klare Signal, dass die Stadt an diesem Tag nicht den Nazis gehört. Denn nach wie vor ist das Nazievent von Bedeutung und gleichzeitig Gelegenheit für uns, unseren Widerstand weiterzuentwickeln.
Zeigen wir, dass nur der Kampf für ein solidarisches Zusammenleben ohne Ausbeutung und Unterdrückung die Antwort auf aktuelle Probleme sein kann. Die Faschisten auf der anderen Seite liefern nur vermeintliche Antworten, die schon in der Vergangenheit deutlich gezeigt haben, dass sie für die Bevölkerungsmehrheit alles andere als ein besseres Leben in Aussicht stellen.

Das heißt für uns alle am 23. Februar 2017 wieder in Pforhzeim gegen die Faschisten auf dem Wartberg vorzugehen und einen starken antifaschistischen Protest auf die Beine zu stellen!

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Bericht: Proteste gegen die faschistische Fackelmahnwache http://nonazis23feb.blogsport.de/2016/02/25/bericht-proteste-gegen-die-faschistische-fackelmahnwache/ http://nonazis23feb.blogsport.de/2016/02/25/bericht-proteste-gegen-die-faschistische-fackelmahnwache/#comments Thu, 25 Feb 2016 20:36:22 +0000 Administrator Allgemein http://nonazis23feb.blogsport.de/2016/02/25/bericht-proteste-gegen-die-faschistische-fackelmahnwache/ Auftakt am Bahnhof
Trotz des Rechtsrucks und beinahe wöchentlichen faschistischen und rassistischen Aufmärschen auch im Südwesten, beteiligten sich insgesamt mehr als 300 Menschen an den Protesten gegen die jährliche Nazimahnwache auf dem Pforzheimer Wartberg. Den Auftakt stellte eine antifaschistische Demonstration dar, die um 18 Uhr pünktlich mit Reden des Bündnisses „…nicht lange fackeln!“ und des linken Pforzheimer Projekts „Alte Fabrik“ begann. Von dort aus zogen etwa 250 AntifaschistInnen durch die Nordstadt Richtung Wartberg bis vor das Hotel Hasenmayer, wo den ganzen Abend eine Kundgebung mit Musik, Getränken und warmem Essen einen Anlaufpunkt für Gegenaktionen bot.

Proteste auf der Ostseite
Nah dran trotz polizeilicher Übermacht
Mehr als 200 AntifaschistInnen setzten sich jedoch bald von der Kundgebung ab und erklommen über die Kreuzsteinallee, unter Umgehung sämtlicher Polizeikräfte und -absperrungen den Wartberg. Auf dem östlichen Kamm des Wartbergs konnten die AntifaschistInnen so verhältnismäßig nah an die faschistische Kundgebung gelangen. Etwas weniger als 100 Meter Luftlinie und massive Polizeiabsperrungen sowie ein Wasserwerfer trennten so den lautstarken antifaschistischen Protest von dem faschistischen Treiben auf dem Plateau des Wartbergs.
Auf der Westseite sammelten sich ebenfalls einige Dutzend AntifaschistInnen zum Protest an den Polizeiabsperrungen auf Höhe des Wartbergfreibads.
Auf dem Plateau hatten sich unterdessen etwa 60 Faschisten aus dem Lager von NPD, „Die Rechte“, „III. Weg“ und dem „Freundeskreis ein Herz für Deutschland“ versammelt, die wie in den letzten Jahren auch schon, bereits im Laufe des Nachmittags anreisen mussten. Als sie um 19:47 Uhr ihre Schweigeminute abhielten, wurde diese von lauten Parolen, Pfeifen und Feuerwerk von allen Seiten gestört.
Die AntifaschistInnen vom Punkt auf dem Ostkamm sammelten sich ab etwa 20.30 Uhr zu einer unkontrollierten Demonstrationen zurück in die Stadt. Polizeikräfte, die zuvor umgangen werden konnten, griffen die Demo allerdings bald an, kesselten die mehr als 200 TeilnehmerInnen für einige Minuten und filmten die Menge ab. Dann schließlich konnte die Demo zurück zum Bahnhof fortgesetzt werden.

Kundgebung am Hotel Hasenmayer
An die Proteste angeknüpft
Obwohl die Mobilisierung gegen die Pforzheimer Nazimahnwache angesichts der Vielzahl von Gegenmobilisierungen zu anderen rechten und rassistischen Aktionen in den vergangenen und kommenden Monaten fast unterging, können sich sowohl die TeilnehmerInnenzahlen als auch die Erfolge im Vergleich mit den letzten Jahren sehen lassen. Darauf gilt es auch in den nächsten Jahren aufzubauen.

Verwiesen sei an dieser Stelle noch mal auf den Prozess gegen die beiden Messerstecher-Nazis am Donnerstag. Hierzu wird es eine antifaschistische Kundgebung vor dem Prozessauftakt geben, um zu zeigen, dass weder die Opfer faschistischer Umtriebe alleine gelassen noch eine Verharmlosung rassistischer Gewalttaten durch die bürgerliche Justiz in Kauf genommen wird. Kommt zur Kundgebung vor dem Amtsgericht Pforzheim am Donnerstag, den 25. Februar um 8.30 Uhr.

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