Pforzheim – Gernika

Das Gemälde Pünktlich zu der morgigen Kundgebung in Pforzheim (03.02. – 12 Uhr – an der Gernika Brücke) veröffentlichen wir hier einen Text, der sich mit der Städtepartnerschaft von Gernika und Pforzheim auseinandersetzt.

Eine Städtepartnerschaft und die Revision deutscher Geschichte.

Das Motiv der diesjährigen Kampagne „…nicht lange Fackeln!“ gegen das Nazigedenken am 23. Februar zeigt das Gemälde „Guernica“ von Pablo Picasso.
Es entstand 1937 als Reaktion auf die Zerstörung der baskischen Stadt Gernika durch den Luftangriff der deutschen Legion Condor die während des spanischen Bürgerkriegs auf Seiten Francos kämpften. (mehr…)

Gernika = Pforzheim? Diesen Samstag: Kundgebung in Pforzheim

Der Verdrehung der Geschicht ein Ende setzen!

Die Mobilisierung für den 23.02 in Pforzheim ist angelaufen. Flyer und Plakate wurden verschickt und die ersten zwei Infoveranstaltungen zur „Flächenbombardements im 2. Weltkrieg und Geschichtsrevisonismus von Stadt und Nazis“ haben bereits in Karlsruhe und Stuttgart stattgefunden.

Jetzt heißt es weiterhin fleißig Werbung machen, damit wir es auch dieses Jahr wieder schaffen einen großen und entschlossenen antifaschistischen Protest auf die Straße zu tragen.

Diesen Samstag den 03.02 wird es eine kleine Aktion in Pforzheim geben.

Um 12 Uhr findet an der Gernika Brücke eine Kundgebung statt.
Dabei soll die Thematik der Städtepartnerschaft zwischen Pforzheim und Gernika, die Bombardierung Gernikas durch die Legion Condor, der deutschen Wehrmacht sowie die Notwendigkeit des antifaschistischen Protestes gegen das Nazigedenken am 23.02 in Pforzheim in der Stadt präsenter gemacht werden.
Kommt vorbei und beteiligt euch an der Kundgebung! (mehr…)

…nicht lange fackeln! 2018 Info- und Mobilisierungsveranstaltungen

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Samstag, 20. Januar | 19:00 Uhr | Stadtteilladen Barrio137, Luisenstr. 31, 76137 Karlsruhe

Donnerstag, 25. Januar | 19:00 Uhr | Linkes Zentrum Lilo Herrmann, Böblinger Str. 105, 70199 Stuttgart

Im Rahmen der diesjährigen Kampagne …nicht lange fackeln! gegen den jährlich stattfindenden Naziaufmarsch am 23. Februar in Pforzheim laden wir Euch zu zwei Informations- und Mobilisierungsveranstaltungen ein.

Inhaltlich wird der Vortrag sich mit den historischen Zusammenhängen gegen Ende des zweiten Weltkrieges beschäftigen, in dessen Kontext am 23. Februar 1945 die Stadt Pforzheim von der britischen Luftwaffe bombardiert und nahezu vollständig zerstört wurde. Diesem einschneidenden Ereignis in der Stadtgeschichte wird auch heute noch politische Bedeutung geschenkt. Seit 1994 treffen sich zum Jahrestag der Bombardierung FaschistInnen und andere Rechte auf dem Pforzheimer Wartberg, um den Anlass zu nutzen die Geschichte zu verdrehen und rechtes Gedankengut zu legitimieren.

Diese geschichtsrevisionistischen Tendenzen finden sich aber auch innerhalb der etablierten (Stadt-)Politik. So schlägt nicht nur das städtische Gedenken an diesem Tag in eine ähnliche Kerbe wie das der Nazis. Auch andere politische Konstrukte wie die Städtepartnerschaft Pforzheims mit der baskischen Stadt Guernica stehen im Zeichen der Revision deutscher Geschichtsschreibung.

Nicht zuletzt wollen wir die Frage aufgreifen, wie eine Auseinandersetzung mit der Thematik aus linker und antifaschistischer Perspektive sinnvoll gestaltet werden kann, ohne den Tod von tausenden Menschen als historisch „gutes“ Ereignis darzustellen.

Außer Frage steht natürlich die Notwendigkeit antifaschistischer Intervention in dieser Gemengelage aus faschistischem Treiben und dessen staatlicher Legitimation! Besucht die Infoveranstaltungen und kommt mit uns am 23. Februar nach Pforzheim, um uns stark, entschlossen und solidarisch den Nazis entgegen zu stellen!

Aufruf zu den Gegenprotesten am 23 Februar 2018 in Pforzheim

…nicht lange fackeln! Die Nazimahnwache am 23. Februar in Pforzheim verhindern!

Seit 24 Jahren findet in Pforzheim das gleiche rechte Spektakel statt. Der faschistische „Freundeskreis – Ein Herz für Deutschland“ (FHD) veranstaltet alljährlich am 23. Februar eine Fackelmahnwache auf dem Wartberg, um dort gemeinsam mit angereisten Nazis der Zerstörung Pforzheims durch die flächendeckende Bombardierung der britischen „Royal Air Force“ im Jahr 1945 zu gedenken.
Über 17.000 Menschen starben in dem Bombenhagel. Daran gibt es nichts zu verharmlosen und ob ein gezielter Angriff auf Wohngebiete tatsächlich zum Sieg über das faschistische Deutschland notwendig war, ist fraglich.

Jedoch verdrehen und wenden die Nazis die historischen Ereignisse so, dass ihre eigene Veranstaltung nach außenhin ideologisch gerechtfertigt erscheinen soll. Die systematische Massenvernichtung von Menschen und die Kriegsverbrechen des faschistischen Deutschlands werden nicht nur unter den Tisch fallen gelassen. Schlimmer noch: Sie werden geleugnet und gleichzeitig wir die deutsche Aggressionspolitik gelobt.
Dabei ist doch klar, dass das faschistische Deutschland den Krieg begonnen hat und damit auch den Tod von Millionen ZivilistInnen in Kauf genommen hat. Dazu zeigen die Aktionen der Faschisten gegen die lohnabhängige Bevölkerung, Gewerkschaften und andren fortschrittlichen Menschen, dass die faschistische Ideologie den Interessen der Allermeisten entgegen steht. Das war 1945 so und das ist heute noch so.

Diesen Nazis müssen wir entschlossen entgegentreten!

In Zeiten eines gesamtgesellschaftlichen Rechtsrucks, in denen eine Partei wie die AFD in deutschen Parlamenten sitzt, in denen rechte Hetzte etwa gegen Geflüchtete und sozial schlechter Gestellte auch von CDU, SPD, Grüne & Co. aufgegriffen werden, in denen davon gesprochen wird, dass auch faschistische Demonstrationen akzeptiert werden müssen, müssen alle gemeinsam dagegen auf die Straße!
Was die AFD als parlamentarische Vertreterin der Neuen Rechten anfängt, vollenden faschistische Gruppierungen, wie beispielsweise der FHD, auf der Straße. Die rechte Bewegung schafft es wieder Menschen zu Ködern. Der Einfluss auf die öffentliche Meinung ist deutlich spürbarer geworden.

Seit Jahren ignorieren Stadt und Polizei die faschistischen Umtriebe in Pforzheim oder reden diese klein. Sie setzten alles daran, Menschen die sich dagegen einsetzten Steine in den Weg zu legen. Das zeigt, dass wir uns im Vorgehen gegen Nazis nicht auf staatliche Stellen verlassen dürfen und selbst aktiv werden müssen.

Setzen wir uns ein gegen Krieg, Ausbeutung und Rassismus. Ob in Betrieben, Schulen oder auf der Straße, alle sind gefragt sich für eine solidarische Gesellschaft einzusetzen, die sich an den Bedürfnissen der Mehrheit der Menschen orientiert.

Deshalb lasst uns auch dieses Jahr am 23. Februar gemeinsam und entschlossen gegen die Faschisten auf die Straße gehen und ihnen ihr Gedenken vermiesen!

Antifaschistische Proteste gegen die faschistische Fackelmahnwache 2017

Hier der Bericht des Antifaschistischen Aktionsbündnisses Stuttgart & Region (AABS):

Wieder einmal formierte sich in Pforzheim starker Protest gegen die alljährlich stattfindende Fackelmahnwache des ,,Freundeskreises ein Herz Für Deutschland“ (FHD) und anderen rechten Kräften. Mit ihrem Geschichtsrevisionismus versuchen sie in Pforzheim seit 1994 die Gräueltaten des deutschen Faschismus zu relativieren und den Bombenangriff im Jahre 1945 auf die Stadt Pforzheim als das „wahre“ Verbrechen umzudeuten und die systematische Ermordung von Millionen von Menschen zu verharmlosen.

Mit einer Demonstration zum Wartberg, einer stationären antifaschistischen Kundgebung als Anlaufpunkt, sowie vielfältigem Protest um den gesamten Wartberg herum, konnte man auch dieses Jahr die Faschisten wieder stark bei ihrem „Gedenken“ stören und einschränken. So sind die Faschisten inzwischen gezwungen, bereits Stunden vor ihrer Veranstaltung auf dem Wartberg auf zu schlagen.

Dieses Jahr

Mitte Januar startete die Mobilisierung unter dem Kampagnenlabel „..nicht lange fackeln!“.
Dem Aufruf der Kampagne schlossen sich knapp 20 Gruppen und Organisationen aus ganz Baden-Württemberg an, es wurden hunderte Flyer und Plakate verteilt, verschickt und verklebt. Auch Geschäfte zeigten sich solidarisch und hängten die Plakate in ihren Räumlichkeiten auf.

Trotz stürmischen Regenwetter und einem Donnerstagabend, also einem Wochentag, protestierten gestern rund 250 AntifaschistInnen aus ganz Baden-Württemberg gegen die faschistische Mahnwache auf den Wartberg. Mit einer kämpferischen Demo mit Transparenten, Fahnen und Parolen zogen die angereisten AntifaschistInnen gemeinsam auf den Berg um den Faschisten entschlossenen Protest entgegenzusetzen.
Obwohl die Polizei mit ihrem martialischen Aufgebot die Demonstration mit Spalier begleitete, gelang den AntifaschistInnen nahe der antifaschistischen Kundgebung der Durchbruch.
Der Großteil der Masse schlug sich auf der östlichen Seite des Berges bis in Hörweite an die Fackelmahnwache der Nazis durch. Andere wiederum bewegten sich um den Berg herum, sodass von nahezu allen Seiten Protest der insgesamt 250 Antifas wahrnehmbar war.
Um 19:45, also pünktlich zur „Gedenkzeit“, schossen von allen Seiten Feuerwerkskörper in die Luft, sodass die Faschisten ihre Schweigeminute nicht ungestört abhalten konnten.

Die Bullen mauerten sich wie jedes Jahr auf dem Berg ein und schützten mit einem massiven Aufgebot die Rechten. Mit Hamburger Gittern, Pferdestaffel, Hunden, Bauzäunen und zwei Wasserwerfern sperrten sie das Areal der Mahnwache komplett ab. BFE- Einheiten fuhren mit ihren Einsatzwägen andauernd um den Berg um AntifaschistInnen von entschlossenem Protest abzuhalten.

Während des gesamten Abends war die Kundgebung vor dem Hotel Hasenmayer Anlaufpunkt der Gegenproteste. Hier konnten die AntifaschistInnen sich mit warmen Essen stärken, auf die Toilette gehen und die aktuellsten Infos der Proteste in Erfahrung bringen.

Auch gab es eine Kundgebung der „Initiative gegen Rechts“ auf dem Berg mit vorausgegangener Demonstration. Sie wurde jedoch noch vor Beginn der Nazi-Fackelmahnwache aufgelöst, damit alle BesucherInnen am anschließenden städtischen Gedenken an das Bombardement auf dem Marktplatz teilnehmen konnten.

Nach den Protesten

Im Anschluss an die Proteste sammelten sich die AntifaschistInnen wieder am Hotel Hasenmayer um gemeinsam mit einer Spontandemonstration mit 250 Menschen durch die Nordstadt zurück zum Bahnhof zu ziehen.

Am Ende der Route kam es vor dem Pforzheimer Bahnhof zu einem organisierten Angriff des Bruchsaler BFE, der mit einer, der bis dahin ersten Festnahme endete. Eine weitere Person wurde kurz darauf in der Nähe festgenommen – beiden wurde ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz in Form von Passivbewaffnung vorgeworfen. Solidarisch unterstützte man die Betroffenen und wartete vor der Wache auf ihre Entlassung. Auch als die AntifaschistInnen auf den Gleisen auf ihre Züge warteten unterließen die dort anwesenden Polizeieinheiten nicht die Provokation.

Fazit

Im Laufe der Jahre hat sich der 23. Februar als Termin für die Antifaschistische Bewegung in Baden-Württemberg etabliert.
Denn auch wenn das Datum auf einen Wochentag fällt, kommen jedes Jahr hunderte GegenaktivistInnen nach Pforzheim. Und das auch dieses Jahr, trotz der immer mehr werdenden rechten Events und Gegenmobilisierungen im Zuge des Rechtsrucks.

Aktionen rund um den Berg erweisen sich als gute Strategie – so kann die Fackelmahnwache trotz des weitläufigen Geländes und dem massiven Polizeiaufgebot doch verhältnismäßig stark eingeschränkt werden.
Unser Ziel muss daher sein, an den bisherigen Erfolgen anzuknüpfen und diese noch weiter auszubauen. Dass die nächsten Jahre wieder Wochenendtermine sind, kann dem nur zuträglich sein.
Trotz der Tatsache, dass die linke und antifaschistische Bewegung mit weit größeren und alltäglicheren Problemen durch den gesellschaftlichen Rechtsruck und das Erstarken rechtspopulistischer Kräfte wie beispielsweise der AfD gefordert sind, bleibt der Kampf gegen offen faschistische Strukturen essentiell. Dieser Widerstand ist ein Kernbereich antifaschistischer Politik und deshalb war und ist die Mobilisierung nach Pforzheim richtig und notwendig.

Nur durch eine organisierte antifaschistische Politik sind wir in der Lage, sowohl offen auftretenden Faschisten und auch dem gesellschaftlichen Rechtsruck etwas entgegenzusetzen. Durch die Organisierung in den einzelnen Städten und gemeinsamer Anreisen und Proteste lässt sich das Problem von rechts eindämmen. Hierbei geht es aber nicht nur um einzelne Aktionen und Protestformen, sondern auch um kontinuierliche Arbeit auf verschiedenen Ebenen durch die wir in die Offensive kommen.
Dies kann stets nur mit eigenen Forderungen und Angeboten für eine solidarische Welt fernab von Ausbeutung und Unterdrückung funktionieren.

Lasst uns auch in Zukunft den Nazis egal in welcher Form und wo sie auch auftauchen, entschlossen Widerstand entgegensetzen.

Nazis keine Basis bieten – Weder in Pforzheim noch anderswo!



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